Der mit den Hunden spricht...

Hühner und ein Minischwein Bestandteil der Ausbildung 

Seine Hundeschule liegt nicht weit vor den Toren der Barbarossastadt in Rodenbach. Hundeschulen gibt es einige, die Art und Weise, wie Ralf Heieck mit den Tieren umgeht, scheint allerdings einzigartig in unserer Region zu sein. Menschen, die ihn kennen gelernt haben, bezeichnen ihn als „Hundeflüsterer“, die Tiere lieben ihn einfach.

Seit seinem achten Lebensjahr bildet Heieck schon Hunde aus. Die Leidenschaft bekam er nach eigenem Bekunden von seinem Vater in die Wiege gelegt, der lange Jahre als Vorsitzender eines Hundesportvereins aktiv in der Ausbildung tätig war.

Schon immer hätten ihn Hunde interessiert, die als besonders schwierig zu halten galten. In seinem Ort und den umliegenden Gemeinden hat es sich relativ schnell herumgesprochen, dass er „mit Hunden kann“. Dabei setzt er auf gewaltlose Ausbildung durch Ausnutzung und Erhaltung der natürlichen Triebe der Tiere. Hundehalter, die mit ihren Vierbeinern Probleme haben oder einfach deren Verhalten  besser verstehen wollen, können in Gruppenkursen einiges über Rudelverhalten oder die Wichtigkeit von Körper- und Kommandosprache lernen. Die Ausbildung findet aber nicht nur auf dem Platz statt. Bei Exkursionen in Zoos, Fußgängerzonen, Einkaufszentren oder Schwimmbädern wird das Erlernte praxisnah angewandt.

 Als „Unterrichtsmittel“ wird auch das rund ein Dutzend starke Rudel eigener Hunde mit einbezogen. Den Bereich, in dem sich diese meistens aufhalten, nennt er auch die „Resozialisationsstation“, wo auch „Einzelgänger“ schnell ihren Platz finden oder „zugewiesen" bekommen.

Mit Berta, Willma und Herkules stehen allerdings drei tierische Helfer an der Seite Heiecks, die man getrost als Attraktion bezeichnen kann. Berta und Willma sind dressierte Hühner, die sogar auf Kommando „Platz“ machen und zusammen mit dem Minischwein Herkules ein illustres Dreigespann bilden. Entweder müssen die Hunde im Training an den Assistenten des Meisters vorbeilaufen, ohne sich beindrucken zu lassen oder die Drei laufen quasi direkt an den Nasen der Hunde im Gänsemarsch vorbei - auf jeden Fall ein beeindruckendes Schauspiel. Mit im Boot auch Heiecks Ehefrau Yvonne, die sich auf kleinere Rassen und Bewegungsspiele mit Hunden wie „Agility“ oder „Dog Dance“ spezialisiert hat.

Sein „Händchen“ für schwierige Fälle hat sich auch bei den umliegenden Tierärzten herumgesprochen. Diese „überweisen“ immer wieder Tiere, die aufgrund ihres Verhaltens eingeschläfert werden sollen, an ihn. „Oftmals liegen die Schwierigkeiten in der Tatsache, dass sich Halter und Hund nicht verstehen, wir können in den meisten Fällen helfen,“

Das komplette Angebot der Einrichtung gibt es im Internet nachzulesen oder ist unter der Telefonnummer 06374/3226 zu erfragen. (hok)

Quelle: Pirmasenser Zeitung